Dieselpreise
steigen wieder:
Österreich
plant neue Spritpreisbremse


Benzin und vor allem Diesel sind in Österreich wieder deutlich teurer geworden. Mit einer neuen Spritpreisbremse will die Regierung Autofahrer:innen im Oktober und November entlasten. Was geplant ist, warum die Preise gestiegen sind und was das für die laufenden Autokosten bedeutet.

6 Min | September 2026

Zuerst kurz zu den wichtigsten Begriffen: Der Spritpreis bezeichnet den Preis für Benzin oder Diesel an der Tankstelle. Darin enthalten sind neben dem eigentlichen Kraftstoffpreis auch Steuern und Abgaben. Dazu gehört die Mineralölsteuer (MÖSt), die auf fossile Kraftstoffe erhoben wird. Eine Spritpreisbremse soll besonders hohe Kraftstoffpreise zeitlich begrenzt abfedern.

Die Preise für Benzin und Diesel sind in Österreich zuletzt wieder deutlich gestiegen. Die österreichische Bundesregierung hat deshalb eine neue Spritpreisbremse für Oktober und November 2026 angekündigt. Benzin und Diesel sollen dadurch um mehr als 12 Cent pro Liter günstiger werden, wie der ORF zur neuen Spritpreisbremse berichtet.

Warum sind die Spritpreise in Österreich wieder gestiegen?


Die Preise an österreichischen Tankstellen hängen stark von der Entwicklung auf den internationalen Öl- und Energiemärkten ab. Steigende Rohölpreise können sich deshalb relativ schnell auf die Kosten für Diesel und Benzin auswirken. 2026 ist diese Abhängigkeit wieder besonders sichtbar geworden. Die österreichische Bundesregierung reagiert auf den deutlichen Anstieg der Spritpreise nun mit einer erneuten Entlastungsmaßnahme. Für Autofahrer:innen machen sich höhere Preise unmittelbar bemerkbar: Steigt der Literpreis, steigen auch die Kosten jedes gefahrenen Kilometers. Besonders relevant ist das für Vielfahrer:innen und Pendler:innen mit Verbrenner.



Was ist die neue Spritpreisbremse 2026?


Um die gestiegenen Kraftstoffpreise abzufedern, soll die österreichische Spritpreisbremse im Oktober und November verstärkt werden. Die Mineralölsteuer soll um 6,7 Cent pro Liter gesenkt werden. Beim Diesel würde sie damit auf das EU-rechtlich zulässige Minimum reduziert. Zusätzlich ist eine Margenbegrenzung von 3,5 Cent pro Liter vorgesehen. Da dadurch auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, soll sich insgesamt eine Entlastung von mehr als 12 Cent pro Liter ergeben.



Wie viel spart man durch die Spritpreisbremse?


Bei einer Entlastung von rund 12 Cent pro Liter wären 50 Liter Kraftstoff rechnerisch etwa 6 Euro günstiger. Wie viel du tatsächlich sparst, hängt natürlich davon ab, wie häufig du tankst und wie viel dein Auto verbraucht. Die Maßnahme ist außerdem zeitlich begrenzt: Die stärkere Spritpreisbremse soll zunächst nur für Oktober und November 2026 gelten. Danach hängt die Entwicklung der Kraftstoffpreise wieder stärker von den Marktpreisen ab.



Warum schwanken Diesel- und Benzinpreise so stark?


Kraftstoffpreise werden von mehreren Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem die internationalen Rohölpreise sowie Angebot und Nachfrage. Dadurch können Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten relativ schnell an der Tankstelle spürbar werden. Bei einem E-Auto ist die Kostenstruktur eine andere: Statt Benzin oder Diesel wird Strom benötigt. Steigende Öl- und Spritpreise wirken sich deshalb nicht direkt auf die Ladekosten eines E-Autos aus. Natürlich können auch Strompreise schwanken. E-Autos können jedoch je nach persönlicher Situation zu Hause, am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Ladestationen geladen werden.



Wie unterscheiden sich die Energiekosten von E-Autos und Verbrennern?


Wie groß der Unterschied mittlerweile sein kann, zeigt eine aktuelle Untersuchung des International Council on Clean Transportation (ICCT). Laut dem EV Transition Check 2026 des ICCT waren batterieelektrische Autos in der EU 2025 bei den Energiekosten im Durchschnitt 33 % günstiger zu fahren als vergleichbare Benziner. Dabei wurde eine Mischung aus privatem und öffentlichem Laden berücksichtigt. Selbst bei ausschließlicher Nutzung öffentlicher Ladestationen lagen die Energiekosten eines E-Autos laut Studie im Durchschnitt noch 5 % unter denen eines vergleichbaren Benziners.


Die hohen Ölpreise haben den Unterschied 2026 weiter verstärkt. Laut ICCT sind die Energiekosten von Verbrennern Anfang 2026 um 12 bis 36 % gestiegen, während jene batterieelektrischer Autos weitgehend stabil blieben. Wie hoch die tatsächlichen Kosten im Alltag ausfallen, hängt natürlich vom Fahrzeug, Verbrauch, Stromtarif, Ladeverhalten und den aktuellen Kraftstoffpreisen ab.


Mehr zu den aktuellen Zahlen und Hintergründen erfährst du in unserem Beitrag E-Autos 33 % günstiger als Benziner: Studie 2026.



Was bedeutet die Entwicklung für Autofahrer:innen?


Die neue Spritpreisbremse soll Autofahrer:innen zunächst kurzfristig entlasten. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Preisentwicklung, wie stark sich verändernde Energiepreise auf die laufenden Kosten eines Autos auswirken können. Wer verschiedene Antriebsarten miteinander vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf den Anschaffungspreis schauen. Auch Kraftstoff beziehungsweise Strom, Wartung, Versicherung, Steuern und weitere laufende Kosten bestimmen, wie teuer ein Auto im Alltag tatsächlich ist. Gerade bei hoher jährlicher Fahrleistung können Unterschiede bei den Energiekosten über mehrere Jahre einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen.



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