
9 Min | April 2024
Nachhaltige Mobilität wird immer wichtiger – und Vesecon zeigt eindrucksvoll, wie der Umstieg in der Praxis funktioniert. Das Unternehmen, ein Spezialist für Kund:innengewinnung und -bindung, hat seinen Fuhrpark gemeinsam mit vibe konsequent elektrifiziert. Für Geschäftsführer Jürgen Hahm war dieser Schritt kein spontaner Trend, sondern das Ergebnis genauer Analyse und klarer Zukunftsorientierung. Seine eigenen Fahrprofile zeigten früh, dass E-Mobilität im Alltag mehr als ausreichend ist und in über 90 Prozent aller Szenarien sogar überlegen.
Im Gespräch mit vibe erzählt Jürgen, warum das Abo-Modell für sein Unternehmen die ideale Lösung ist, welche Vorteile der E-Fuhrpark im Alltag bringt und warum nachhaltiges Handeln auch gegenüber Kund:innen positiv wirkt. Ein Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens, das E-Mobilität nicht nur einführt, sondern lebt.
In einer Welt, in der Nachhaltigkeit und innovative Mobilitätslösungen immer mehr an Bedeutung gewinnen, stellen Vesecon und Jürgen Hahm ein leuchtendes Beispiel dar. Als österreichisches Vorzeigeunternehmen im Bereich der Kund:innengewinnung und -bindung hat Vesecon in Zusammenarbeit mit vibe moves you seinen Fuhrpark voll unter Strom gesetzt. Wir haben Jürgen zum Interview getroffen:



“Ausschlaggebend oder initial zündend waren die Ergebnisse einer Analyse, die ich im Zuge meiner Master-Thesis (2017) an der Donau Uni Krems durchgeführt habe. Die Analyse zeigte, wie viele Kilometer ich pro Tag und pro Woche mit dem Auto fahre. Dann habe ich noch berechnet, wie viele Stunden ich das Fahrzeug nutze. Somit wurde transparent, wie lange die Stehzeiten sind, bzw. wie hoch der Wirkungsgrad in Relation zu den Kosten und zur Nutzung ist. Die wirklichen Langstrecken sind auf wenige Urlaubsfahrten ins Ausland begrenzt. Mehr als 90% meiner Fahrprofile und Distanzanforderungen werden mit den aktuellen E-Antrieben und Reichweiten mehr als genügend abgedeckt, eher sogar überboten. Diese Tatsache hat etwas bewegt. Ich war bekennender Autoliebhaber und Hubraum Freak!”
“Abgesehen von steuerlichen Begünstigungen wie Vorsteuerabzug beim Fahrzeug und Vorsteuerabzug bei laufenden Kosten, Förderungen und die Möglichkeit, PV-Strom zu verwenden bzw. die Gesamtkosten zu senken und wirtschaftlich zu handeln?”
“Das ist einfach beantwortet und es gibt mehrere Argumente. Leasing ist am Ende eine Fremdfinanzierung und schmälert den Handlungsspielraum von Unternehmen. Ein Kauf ist generell ausgeschlossen, da wir die Fahrzeuge bis dato nicht länger als 36 Monate fahren. Wir nutzen bestehendes Eigenkapital für Neuinvestitionen und Produktentwicklung bzw. Weiterentwicklung unserer Services, möchten somit kein Kapital binden.
Gerade bei einer Technologie, die sich täglich neu erfindet, von Akkuproduktion über Reichweite, Lebensdauer, Recycling, Kosten, Wirkungsgrad und Leistung kann ich beim Abo das Risiko (wobei ich persönlich kein Risiko mehr sehe) auf den Serviceprovider vibe abwälzen. Im Grunde ist es mir egal, wenn die Akkus nach 3 Jahren überaltert wären – ich gebe das Fahrzeug zum vereinbarten Zeitpunkt oder früher zurück und hole mir die neueste Technologie. Ohne Risiko. Die Kostentransparenz ist auch ein Faktor. Bei Vertragsunterzeichnung zu wissen, was der Fuhrpark an Fixkosten verursacht, schafft Sicherheit in der Planung und Budgetierung. Anteilige Stromkosten kann man aufgrund der Fahrprofile der letzten Jahre schon sehr gut eingrenzen und prognostizieren. Wobei die Hauptkosten ja beim Wertverlust und laufenden kleinen Nebenkosten liegen, und die übernimmt vibe.
Und dann natürlich noch das vibe ALL INN Paket. Wir haben aktuell einen kleinen Fuhrpark mit unter 10 Fahrzeugen. Jeder, der schon einmal einen Fuhrpark managen musste, weiß, wie viel Zeit für die kleinen Erledigungen verbraucht wird. Das beginnt dabei, alle Fahrzeuge rechtzeitig mit Vignetten, Service, Reifen und Service zu koordinieren oder Schadensmanagement zu organisieren bzw. Kosten strukturiert zu erfassen. Das vibe Paket ist für mich ein Vollpaket an Mobilitätsservice. Ich muss lediglich laden und fahren. Das Gleiche gilt für meine Mitarbeitenden. Wir haben mit den einzelnen Aufgaben nichts zu tun und konzentrieren uns auf unsere unmittelbaren Aufgaben in unseren Funktionen.”



“Unterschiedlich. Es gibt Menschen, die das Thema Reichweite immer noch als Totschlagargument in der Tasche dabei haben. Mir kommt oft vor, als wären das Allgemeinaussagen, die vom Tennisplatz oder Stammtisch ungeprüft übernommen werden und einfach nicht stimmen, oder es wird von falschen Voraussetzungen ausgegangen, nämlich dass der Akku immer ganz leer ist und immer sofort und ganz schnell geladen werden muss, was ja nicht stimmt. Wenn ich mit 60% Ladezustand nach Hause komme, kann ich das Auto anschließen und laden, und es kann die ganze Nacht dauern. Stehzeiten im Büro oder zu Hause sind im Regelfall zwischen 8 und 14 Stunden, da reicht theoretisch eine Haushaltssteckdose.Und mit dem Verbrenner bin ich bei 60% Tankfüllung gar nicht tanken gefahren, außer ich hatte am nächsten Tag eine Langstrecke zu bewältigen.
Ansonsten sind die Reaktionen durchweg positiv. Wenn Unternehmen nachhaltiges Verhalten zeigen, wird das belohnt. Und es zeigt sich immer wieder an den Reaktionen, dass viele Unternehmen darüber nachdenken, aber sich noch nicht trauen, in die E-Mobilität zu wechseln. Das artikulieren die Kund:innen auch, wenn sie sagen: “Wir überlegen auch schon einige Zeit, einen Teil des Fuhrparks zu elektrifizieren”, und dann kommen die Fragen, wie löst ihr das und jenes, wie weit kommt man denn, wie geht es den Mitarbeitern damit, was spart ihr ein usw. usw.”
“Wir setzen E-Mobilität aktiv ein, um Mitarbeiter zu loyalisieren und auch als Motivation. Die aktuelle Situation mit Sachbezugsbefreiung und Vorsteuerabzug stellt eine Win-Win-Situation dar. Das Unternehmen hat geringere Kosten und Mitarbeitende bekommen durch eine Gehaltsumwandlung deutlich mehr spürbaren Wert als durch eine reine Gehaltserhöhung.”
“Seit Corona hat sich unser Fahrverhalten drastisch verändert. Wir wickeln aktuell 80% unseres Geschäftes über Webkonferenzen ab. Und genau das ist der Punkt. Der Fuhrpark hat jetzt nicht mehr das Ziel, große Distanzen und lange Fahrten abzubilden, sondern viel mehr flexible Mobilitätslösungen bereitzustellen. Viele kurze Fahrten auf kurzen Distanzen und ab und zu Langstrecke. Und das schlägt sich natürlich auf die Kosten nieder, also Kostensenkung. Der E-Antrieb ist für diese Anforderungen wie geschaffen. Rein technisch betrachtet sind auch viele Kurzstrecken im Kaltzustand des Motors das Schädlichste, was man einem Motor antun kann.”
“Ich wünsche mir noch mehr Information und einen offenen Umgang in der Diskussion. Momentan wird nicht diskutiert, um sich gegenseitig zu informieren und den Blickwinkel zu erweitern, um dann ein Thema mit allen Vor- und Nachteilen neu zu bewerten, sondern gefühlt geht es jetzt bei den Diskussionen um Recht haben oder bekommen. Man kann jetzt schon erkennen, wo und wie sich E-Mobilität in den Alltag sanft und sauber integriert.
Man sieht auch, dass große Mineralölkonzerne ihre Tankstellen mit Ladesäulen aufrüsten, wir sehen Wohnungsgenossenschaften, die E-Mobilität und Infrastruktur in ihre Lebens- und Wohnkonzepte einbinden, und wir sehen Unternehmen, die rund um die E-Mobilität Services aufbauen und anbieten und neue Geschäftsfelder entdecken. Ich sehe die E-Mobilität als Transformationstechnologie, die aktuell alte Denkmuster und Verhalten aufbricht, um alles neu zu überdenken und zu ordnen. Speziell das eigene Nutzungsverhalten, den eigenen Mobilitätsanspruch in Verbindung mit Kosten und Umwelt.”
“Vesecon verbindet Unternehmen konsequent mit neuen Kund:innen. Wir nutzen dafür analoge und digitale Lösungen im In- und Outbound und liefern kontinuierlich neue Leads für den Vertrieb.
Mein Geschäftspartner Michael Öttl und ich, waren und sind uns da immer schon einig: Fairness und Spaß. Unsere Mitarbeiter sollen mit einem guten Gefühl arbeiten und die Chance haben, sich zu entwickeln. Dazu zählt für uns aber auch Veränderungen als Teil des Jobs und vor allem als Chance zu sehen. Kritik ist nichts Schlechtes, sondern zeigt Potenzial auf. Wir möchten weiterhin eine Kultur schaffen, die offenen und ehrlichen Austausch ermöglicht und fördert. Und wenn das gelingt, ist genügend Raum und die passende Atmosphäre für Spaß und das ist der beste intrinsische Motivator.”



“Mich treibt Lernen an. Neue Dinge, berufsfremde Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlernen, die meist etwas technisch gelagert sind. Ich habe das Küstenpatent fürs Hochsee-Segeln und dann noch alle Führerscheine bis zum 40-t-Sattelzug gemacht, weil es mich interessiert hat und Spaß gemacht hat. Neue Technologien, Mobilität und Digitalisierung fordern und interessieren mich. Das kann ich dann natürlich auch beruflich nutzen. Ich glaube, es waren viele Dinge, die mich geformt haben. Mit 18 Jahren und wenig Berufserfahrung habe ich die Chance bekommen, ein Verkaufsgebiet als Quereinsteiger zu übernehmen und bin unerfahren ins kalte Wasser gesprungen. Die ersten Monate waren hart, weil ich verkaufsmäßig unausgebildet und ohne Erfahrung unterwegs war. Ich habe so das “Einstecken von Niederlagen”, „Geduld haben“ und „motiviert bleiben, wenn es sich richtig anfühlt“ lernen dürfen. Und das ist bei einem meiner Hobbies genauso, denn ich trainiere seit 16 Jahren Karate. Einstecken, verarbeiten, durchhalten, weitermachen und immer lernen, ohne immer und um jeden Preis Punkten zu müssen. Somit habe ich hohen Antrieb, erfolgreich zu sein, das aber mit der nötigen Gelassenheit.”
Lieber Jürgen, wir bedanken uns ganz herzlich für das großartige Interview und die tollen Einblicke, die du uns gegeben hast. Menschen wie dich in unserer Community zu wissen ist neben sauberem Strom der größte Antrieb für uns. Hab weiterhin eine gute Fahrt im Abo von vibe und stay electric!